| Schwarze Film |
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in catalogue of XVII. Westdueche Kurzfilmtage Oberhausen, 1971 by Heinz Klunker Als exemplarisch innerhalb des aufschlussreichen jugoslawischen Angebots in Oberhausen erwiesen sich vor allem Filme der jungen, erst vier Jahre alten Produktion Neoplanta-Film aus Novi Sad, Hauptstadt des autonomen Gebiets Wojwodina. Die effektive Produktion (Anteil der Produktionskosten am Gesamtaufkommen hochstens funf Prozent beim Kurzfilm und drei Prozent beim Spielfilm!) ging aus einem Kinoklub hervor, als die burokratischen Repressionen sich lockerten. Sie zog Talente aus dem ganzen Lande an sich, weil ihr Grundsatz: Freiheit und Vertrauen dem Autor, dessen Entwurf zur Realisierung akzeptiert wurde, keine folgenlose Parole bleib. Neoplanta produzierte Zilniks ''Fruhe Werke'' und brachte 1971 auch (in westdeutscher Coproduktion) Makavejevs ''W.R. - Die Mysterien des Organismus'' und Zilniks ''Kapital'' heraus. ... Zelimir Zilniks Ansatz ist radikaler. Er bremst den Jubel daruber, dass ''schwarze'' Filme von der kritischen Relevanz der ''Saisonarbeiter'' ohne Zensurquerelen durchgehen. Die Regierenden hatten mit ihren eigenen Problemen zu tun, sagte er im Marz '71 in Belgrad: ''Sie liessen uns unsere Freiheit. Wir wurden frei, aber unwirksam.'' Zilnik jedoch setzte noch seine Frustration filmisch um: ''Der schwarze Film'', in der deutschen Fassung mit bosen selbskritischen Inserts vom Reflexionskaliber des Manifests versehen, soll das ''Elend eines abstrakten Humanismus'' ilustrieren. Bereits im Titel wird ein Genre attackiert, dessen Mythos der Film demoliert. Seine Ehrlichkeit ist ohne Pose. ''Es ist ein Film uber die Klassenstruktur der jugoslawischen Gesellschaft, aber auch uber den Missbrauch social deklassierter Menschen fur Filmzwecke; er ziegt die Ausbeutung sozialer Not durch den Filmemacher.'' (Zilnik) Im Januar 1971 liest Zilnik in einer Novi Sader Nacht sechs Obdachlose auf, lasst sie sich und em Publikum vorsellen. Kommentar: ''Solche Filme habe ich vor zwei Jahren gemacht und solche Leute gibt es noch immer.'' Der verletzliche Filmemacher, erfullt von revolutionarer Ungeduld, macht das soziale Problem zu seinem eigenen, und er macht als Filmemacher dock zugleich wieder einen Film: das Dilemma ist unaufhebbar. (Ein Dilemma ubrigens, dem westliche Filme weit radikaler ausgesetz sind, ihre Wirkungslosigkeit ubertrifft die jugoslawischer Filme um die Hohe der immer weiterwachsenden Profitraten. Filmemacher in kapitalistischen Landern fluchten vor der Einsicht in diesen Zusammenhang meist in die pure Agitation.) |