Marble Ass (1994)
Image 1994, 87min, 35 mm

written and directed by: Zelimir Zilnik
camera: Miodrag Milosevic
sound: Vladimir Stanojevic
edited by: Vladimir Milenkovic

producers: Zelimir Zilnik, Miodrag Milosevic,
Veran Matic, Sasa Mirkovic (for B92)

music: Love Hunters, Dejan Kijevcanin

cast: Vjeran Miladinovic,Nenad Rackovic,Nenad Milenkovic,Lidija Stevanovic,
Miljen Vojnovic, Luna Lu Merlyn has been pacifying the Balkans, turning tricks with countless, more or less Serbian guys every year. Merlyn is a lighting rod sheltering Belgrade, calming violent nighthawks, swanky big spenders, miserable loners and horny young studs, taking on the charge that would otherwise befall little girls, unprotected mothers and helpless old women. Combined with guns, this unbridled energy would eventually lead to bloodshed. Acting as a mighty Djerdap dam and the Wailing Wall at the same time, Merlyn cools the boiling blood of violent Dinarides and enriches it with love.

Johnny comes home to Belgrade, from the war. His motives are apparently similar, he also wants to cool the boiling blod, but he does it by letting it through the holes in the human body, which he makes with bullets or knives. This film is a treatise on the different methods of resolving conflicts, resorted to by Marlyn and Johnny.

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Ein heruntergekommenes Haus in den Außenbezirken von Belgrad ist Zuflucht einer merkwürdigen Clique von Kriegsverweigerern. Marilyn, ein Transvestit, arbeitet als Hure und glaubt, so einen persönlichen Beitrag zur Befriedung des Balkans zu leisten. Sanela, ebenfalls Transe, läßt sich von einem Bodybuilder aushalten. Dzoni, ein Kriegsheimkehrer, und sein Kumpel schlagen sich mit krummen Geschäften durch. Die Verlorenheit der Menschen, die Kriegstraumata und alltägliche Schwierigkeiten des Überlebens münden in eine Spirale von Gewalt und Gegengewalt. Ein Film über eine Gesellschaft im Kriegszustand, ein Abgesang auf eine ganze Zivilisation. (Spezialpreis der Teddy-Jury Berlin 1995)

Transvestiten im Krieg, das ist eine Vorstellung, die wenigstens ein Schmunzeln verursacht, entziehen diese Menschen sich doch grundlegend dem Bild von Männlichkeit und Stärke, das man selbst als überzeugter Pazifist mit dem Geschwader an der Front in Verbindung bringt. Um es gleich vorwegzunehmen, an der Front gibt es sicherlich keine Transvestiten, dafür aber zu Hause, zwischen Frauen und Kindern, und da fühlen sie sich sicher auch wohler. Merlin (Vjeran Miladinovic), die Hauptfigur aus Zelimir Zilniks Tuntendrama „Marble Ass", ist ein solcher Transvestit. Im heruntergekommenen Belgrad ist sie eine Trümmerfrau, eine Florence Nightingale im Kampf gegen die Verwüstung der Menschlichkeit, doch Merlins Trümmer und ihr Aufopferungsdrang entscheiden sich grundlegend von denen der anderen. Denn da, wo früher einmal Jugoslawien war, befindet sich jetzt ein Straßenstrich, auf dem Merlin ihren spezifischen Beitrag zum Wiederaufbau des Landes leistet. Die Apokalypse naht, und zwar mit Handtasche und wüstem Hüftschwung. Denn Merlins Trümmer sind keine Bauwerke, sondern die angeknacksten Machoallüren der heimkehrenden Kämpfer, Merlins Motivation ist kein selbstloser Altruismus, sondern die Suche nach Luxus in einer ziemlich glamourlosen Zeit. Für Geld läßt sie die gebrochenen Krieger den Kampf ein weiteres Mal aufnehmen, allerdings im Bett. Einer von ihnen ist Johnny (Nenad Rackovic), der mit Messer und Knarre zurückgekehrt ist und nun die Bombardierung ruckartig auf Merlins Körper fortsetzt. Make love, not war könnte man dazu sagen, doch selbst die ewig gestrigen Hippies müßten angesichts der katapultierenden Bewegungen, mit denen sich Johnny Erleichterung verschafft, den Begriff „Liebe" neu definieren. Zelimir Zilnik thematisiert den Zusammenhang von Gewalt und Krieg einerseits und Sexualität und Prostitution andererseits. (tip)

INTERNATIONAL FESTIVALS AND SPECIAL PROJECTIONS

45. Internationale Filmfestspiele, Berlin, Germany
(Panorama), Special Preis: Teddy Bear,

TROIA XI Festival internacional de cinema, 1995, Setubal, Portugal

XIX Moscow International Film Festival,1995, Moscow, Russia

International Film Festival Palic, 1995, Subotica, Yugoslavia

Festivals des films du monde, (Cinema of Tomorrow), 1995, Montreal, Canada

19 Mostra international de cinema, 1995, Sao Paolo, Brasil

Warsaw Film Week, 1995 , Poland

Kyiv International Film Festival "Molodist", 1995, Kyiv, Ukraine

Persivlage & Passion - Internationales Schwullesbisches Filmfestival,
1995, Berlin , Germany

6 Film Art Fest, 1995, Ljubljana, Slovenia

Max Ophuls Preis, 1996, Saarbrucken, Germany

12. Schwule Filmwoche, 1996, Freiburg, Germany

San Francisco Film Festival, 1996, USA

De Roze Filmdagen, 1996, Amsterdam, Holland

Philadelphia Film Festival, 1996, USA

Chicago Film Festival, 1996, USA

Pink Flamingo, 1996, Tomsk, Russia

Lesbisch-Schwule Filmtage , 1996, Hamburg , Germany

12. Frankfurter Filmschau, 1997, Frankfurt, Germany.